Systematik

 
Miridae (Weich- oder Blindwanzen)

Kleine bis mittelgroße Tiere von 2 mm bis 15 mm, sehr formvariabel, meist sehr zarte Tiere. Der Kopf ist meist prognath, die Augen groß, besonders beim Männchen. Ocellen fehen (außer Isometopinae!), deshalb die deutsche Bezeichnung "Blindwanzen". Antennen viergliedrig, entspringen einer Grube, Rostrum viergliedrig. Pronotum trapezoid bis fünfeckig, im vorderen Teil meist zwei Schwielen. Scutellum dreieckig. Hemielytren mit Clavus, Corium und gut abgetrenntem Cuneus. Membran mit zwei Basalzellen (selten nur eine). Brachyptere Formen bei manchen Arten. Hinterflügel sehr zarthäutig, mit nur einer Zelle, oft mit Hamus. Schlanke Schreitbeine mit drei Tarsengliedern. Systematisch wichtig sind die Klauenanhänge, die Pseudarolien (Arolien, Haftläppchen) und Arolien (Pulvillen, Empodialhaare). Lebensweise: pyhtophag, zum Teil Schädlinge an Kulturpflanzen, meist polyphag, selten monophag. In allen Regionen vorkommend. Mit über 10000 Arten die größte Wanzenfamilie.
Die Miridae sind höchstwahrscheinlich polyphyletisch, die systematische Einteilung der Unterfamilien ist umstritten. Dass die Isometopinae die Schwestergruppe aller anderen Unterfamilien ist, scheint gut begründet zu sein. Die restlichen Verwandtschaftsverhältnisse sind nicht gesichert.